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„Wann darf ich wieder mit Julia lesen?“

Leseprojekt in der Volksschule Gurnitz

Diese Bitte war in den letzten Wochen öfter zu hören.
Schüler und Schülerinnen gestalteten selbständig ein erfolgreiches Leseprojekt! Leselust und verständnisvolles Miteinander waren das gemeinsame Ziel. Den Lesestoff suchten die Kinder selbst aus. Die Großen halfen den Kleinen.

Alle Klassen der Volksschule Gurnitz nahmen daran teil.

Viele internationale Studien belegen, dass gemeinsames Lesen und Vorlesen sehr wichtig für die Leseförderung und die Freude am Lesen sind.

Das Projekt fand von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2007 statt.

Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Buchklub der Jugend und dem Bildungsministerium durchgeführt.

Die Volksschule Gurnitz entschied sich für das Projekt „Lesebuddys“.

Die älteren Schüler/innen wurden Lesepartner/innen der jüngeren Kinder.

Am Beginn des Projektes lernten die Schüler in gemeinsamen Spielen die Kinder der Partnerklassen besser kennen, und damit war das Auswählen eines Lesepartners, einer Lesepartnerin auch nicht schwierig.

Gemeinsam gestaltete man Leseplakate und schmückte damit die Lesenischen - spezielle Plätze, wo man in Ruhe lesen konnte.

In der Bibliothek, in den Lesenischen und im Wintergarten fand nun wöchentlich eine gemeinsame Lesestunde der Lesepartner/innen statt.

Wenn die Eltern in die Schule kamen, bot sich ihnen oft ein unübliches Bild: Kinder hockten zu zweit oder zu dritt in diesen Nischen, lasen, zeichneten, schrieben in ihre Lesetagebücher und plauderten.

Die Lehrerinnen hielten sich im Hintergrund und griffen nur auf Wunsch oder bei Notwendigkeit ein.

Beide Gruppen profitierten von den gemeinsamen Lesestunden.

Die Großen erweiterten ihre soziale Kompetenz und lernten geduldig und einfühlsam auf die Kleineren einzugehen. Die Kleinen erlebten die Großen als Lesevorbilder, lernten das Zuhören und übten das Lesen in einer entspannten Atmosphäre mit einem neuen Freund, einer neuen Freundin.

Im Rahmen des Projektes fanden aber auch viele zusätzliche Veranstaltungen statt.

Der Bürgermeister Franz Felsberger las Sagen aus der Gemeinde Ebenthal vor, der Herr Pfarrer Granitzer erzählte sein Lieblingsmärchen, die Religionslehrerin Frau Höberl präsentierte Weihnachtsgeschichten, Frau Struckl stellte alte Kinderbücher vor, die Künstlerin Zorka Weiss-Loiskandl arbeitete mit den Kindern zum Thema „Ich bin der Stärkste“ und „Ich bin ein lustiges Ungeheuer“.

Auch die 3. Klasse der C. Holzmeisterschule aus Grafenstein war bei uns zu Besuch und präsentierte ihr tolles Zirkusbuch mit eigenen Geschichten.

Es war schön zu hören, wenn die Kinder fragten: „Wann darf ich wieder mit meinem Lesebuddy lesen?“